Neues Leitungsteam im ENT

Im Mai wurde turnusgemäß das Leitungsteam im ENT neu gewählt, das Einsatznachsorge-Team wird nun geleitet von (auf dem Bild v. l. n. r.): Dr. med. Tanja Fieber (Fachliche Leitung), Sascha Dietrich (Feuerwehr-Peer), Patricia Kummer (Rettungsdienst-Peer) und Dipl.-Psych. Rainer Schulz (Psychosoziale Fachkraft und Sprecher)

Daniel Paulus ist neuer evangelischer Leiter der Notfallseelsorger im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

13. Februar 2019

Über 2.900 Einsätze gab es für die Notfallseelsorge (NFS) im Stadt- und Landkreis Karlsruhe seit ihrer Gründung vor 15 Jahren, im Durchschnitt rund 200 im Jahr. Die Zahlen machen deutlich wie wichtig der Dienst der Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger vor Ort ist, für die Menschen, die gerade Schlimmes erlebt und verarbeiten müssen oder die Einsatzkräfte selbst.

Notfallseelsorger werden über einen längeren Zeitraum ausgebildet um ihre Arbeit vor Ort gut und richtig machen und den Betroffenen helfen zu können. Siegfried Weber war seit Anbeginn der Leiter der NFS von Seiten der Evangelischen Kirche in Karlsruhe, gemeinsam mit Peter Bitsch von der Katholischen Kirche. Weber beendet jetzt seinen Einsatz im Leitungsteam und ihm folgt Daniel Paulus nach, der sich heute der Presse vorstellte.

Der 36jährige Religionspädagoge und Gemeindediakon ist selbst ausgebildeter Notfallseelsorger.

Unsere Arbeit richtet sich sowohl an die Betroffenen selbst, bei der “Krisenintervention” vor Ort, als auch an die Einsatzkräfte, bei der sogenannten “Einsatznachsorge”.

Daniel Paulus

Und der Dienst der NFS sei sehr gefragt, so der 36jährige.

Bei der Krisenintervention erleben wir Einsätze, die über das Normale hinausgehen und die auch die Einsatzkräfte stark belasten.

Das war zum Beispiel beim Unglück in der Nähe von Philippsburg der Fall, bei dem ein Kleinflugzeug mit einem Hubschrauber kollidiert ist und bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen sind.

Die NFS leistet erste Hilfe für die Seele, für die Betroffenen und die Einsatzkräfte.

Notarzt und Rettungssanitäter kümmerten sich um die medizinische Versorgung und Behandlung; die Notfallseelsorger sind für die vom Unglück Betroffenen und ihre Angehörigen da.

Wir werden durch die Leitstelle alarmiert und sind innerhalb einer halben Stunde vor Ort.

Siegfried Weber

Notfallseelsorger hätten die Aufgabe den Menschen beizustehen, denen in diesem Moment, im wahrsten Sinne des Wortes, der Boden unter den Füßen weggezogen worden ist.

Es geht darum, dass sie den ersten Schock überwinden, wieder handlungsfähig werden.

Ein solcher Einsatz könne mitunter mehrere Stunden dauern.

Es ist wichtig, dass wir da sind und dableiben können, denn die Rettungskräfte müssen wieder gehen, den oder die Betroffenen zurücklassen.

Peter Bitsch

So begleiteten Notfallseelsorger die Polizei beispielweise auch bei der Überbringung von Todesnachrichten.

Zuhören, da sein und mit ihnen aushalten, das ist das, was die Menschen in diesem Moment am meisten brauchen.

Daniel Paulus

Und auch für die Einsatzkräfte sind der Austausch und das Gespräch miteinander ein wichtiges Angebot, das die NFS durch die Einsatznachsorge anbietet.

Wir wissen, dass die Hilfskräfte bei ihrer Arbeit vor Ort enorm viel aushalten müssen und wir sind auch für sie da und bieten ihnen unsere Unterstützung an.

Und auch ihnen hilft es, wie die Fachleute wissen, wenn ihnen jemand zuhört.

Die Notfallseelsorge wird von der Evangelischen und Katholischen Kirche getragen und drei Viertel des Etats der ihr im Jahr zur Verfügung steht, finanzieren die Kirchen. Außerdem erhalten sie finanzielle Mittel durch Spenden. 

Bericht und Foto: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe

Fachtag der AG PSNV im ICT Fraunhofer-Institut

21. Oktober 2017

Anlässlich des 10-Jährigen Jubiläums des Einsatznachsorgeteams (ENT) der Notfallseelsorge im Stadt-und Landkreis fand auf Einladung der AG PSNV am Samstag, den 21. Oktober 2017, auf dem Gelände des ICT Fraunhofer-Institut in Pfinztal bereits die zweite PSNV-Fortbildung in diesem Jahr statt.

Etwa 80 Interessierte aus allen BOS-Organisationen, sowie von Seiten der Notfallseelsorge sind, der Einladung gefolgt. Nach einer kurzen Vorstellung des Instituts durch den Leiter, Prof Dr.-Ing. Elsner sowie kurzen Grußworten vom Sprecher des ENT, Daniel Paulus, Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner, und Ulrich Volz des Stadtfeuerwehrverbands Karlsruhe, folgten drei Fachvorträge:durch den Referenten Günther Nuth, Brandrat a. D. der Berufsfeuerwehr Düsseldorf:

  • „Einsätze mit belastenden Eindrücken“,
  • „Eigenschutz und Kameradenunterstützung“,
  • „Notfallseelsorge in komplexen Lagen“ (anhand der Erfahrungen von Bad Aibling, dem Germanwings-Absturz, sowie dem Unglück während der Loveparade 2010).

Begleitet wurde der Fachtag durch einen kleinen Marktplatz, an dem sich unter anderem der interne Beratungsdienst der Stadt Karlsruhe vorstellte. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die tatkräftige Hilfe der Abt. Aue, sowie der Werkfeuerwehr des ICT.

2018 steht bereits das nächste Jubiläum an: Die Notfallseelsorge im Stadt- und Landkreis Karlsruhe feiert dann ihr 15-Jähriges Bestehen. 

10 Jahre ENT Festgottesdienst und Fachtag

13. Mai 2017

Anlässlich des 10-Jährigen Jubiläums des Einsatznachsorgeteams (ENT) im Stadt-und Landkreis fand am Samstag, den 13. Mai 2017, in Hagsfeld ein ökumenischer Festgottesdienst verbunden mit einem PSNV-Fachtag statt.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurden die Mitarbeitenden der Einsatznachsorge und neu ausgebildete Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger gesegnet sowie Gregor Bergoldt als der neue Leiter für „besondere Seelsorgefelder“ (Notfall-, Polizei-, Studierenden-, Telefon- und Internetseelsorge), in sein Amt im Evangelischen Oberkirchenrat eingeführt. Im Anschluss daran fand für die Mitarbeitenden im Rahmen AG PSNV ein Fachtag statt.

Polizeioberrat Andreas Dahm referierte aus polizeilicher Sicht über das Thema „Zusammenarbeit der PSNV in Großschadenslagen“, Dipl-Psychologin Cordula Sailer, Leiterin der Hauptabteilung Beratung, Sozial und Jugendbehörde Stadt Karlsruhe, informierte über das Konzept der Stadt Karlsruhe zur mittel- und langfristigen psychosozialen Notfallversorgung. 

Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt: Noch nie gab es für die Notfallseelsorge Karlsruhe im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene so viele Einsätze wie im Jahr 2016.

Insgesamt 240 Mal wurde das Krisenteam der Notfallseelsorge alarmiert. Das sind 66 Einsätze mehr als im Jahr 2015, als ihre Hilfe 174 Mal angefragt wurde. 

Seit zehn Jahren arbeitet in Karlsruhe neben dem Krisenteam, das für allgemeine Notfallseelsorge zuständig ist, auch ein spezialisiertes Einsatzkräftenachsorgeteam. Seine Mitglieder betreuen Einsatzkräfte, die während ihrer Arbeit mit seelisch belastenden Eindrücken konfrontiert worden sind.

Seit der Gründung kam es im Rahmen von besonderen Schadenlagen zu insgesamt 35 Einsätzen. Das Team besteht im Jubiläumsjahr aus einem festen Stamm von 15 Mitarbeitenden, davon 6 psychosoziale Fachkräfte und 9 Peers.